 Füße stecken meistens in Schuhen und werden von ihren „Besitzern“ nicht weiter beachtet. Schade eigentlich. Denn wer seine Füße sorgfältig pflegt, dem geht´s auf Dauer besser. Podologen, Ärzte und andere Experten informieren auf Initiative des Zentralverbandes der Podologen und Fußpfleger Deutschlands (ZFD) über die Tragweite von Fußerkrankungen.
Ein Leben lang tragen unsere Füße die Last des Körpers. Doch nicht nur das. Rund 160.000 Kilometer legt ein normaler Mensch im Laufe seines Lebens zu Fuß zurück. Das entspricht einer viermaligen Erdumrundung! Doch nicht nur ihre gewaltigen Leistungen machen Füße zu etwas Besonderem. Auch technisch gesehen sind die „menschlichen Fortbewegungsmittel“ ein wahres Meisterwerk. Wer weiß schon, dass ein Fuß aus 26 Knochen, 22 Gelenken, 107 Bändern und 19 Muskeln besteht? Nur wenn alle diese Einzelteile in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen und richtig arbeiten, ist der Mensch gut zu Fuß.
Füßen geht´s schlecht
Bereits diese Tatsachen wären Grund genug, die Füße pfleglich zu behandeln. Doch die Wirklichkeit sieht leider ganz anders aus:
Viele Menschen quetschen ihre Füße in Schuhe, die überhaupt nicht auf die natürliche Fußform abgestimmt sind. Dies führt zu zahlreichen Beschwerden, beispielsweise Hühneraugen.
Die meisten Füße bekommen zu wenig Luft und schwitzen in Socken und Schuhen aus synthetischem Material. Pilzinfektionen und Schweißfüße sind dadurch programmiert.
Füße spielen bei der Körperpflege eine völlig untergeordnete Rolle. Sie werden oft vernachlässigt oder falsch behandelt, beispielsweise beim Schneiden der Fußnägel. So entstehen häufig Infektionen des Nagelbetts oder auch eingewachsene Fußnägel.
Bei vielen Diabetikern und anderen chronisch kranken Patienten kommt es zu schweren Fußschäden, weil keine regelmäßige, fachkundige Fußpflege vorgenommen wird.
Profi am Fuß: der Podologe/med. Fußpfleger
Wem eines der beschriebenen Probleme bekannt vorkommt, sollte den Rat eines Podologen einholen oder sich in seine Behandlung begeben. Wie die Berufsbezeichnung schon sagt, sorgen Podologen für die angemessene Pflege des Fußes und tragen dadurch zur Vorbeugung von Fußkrankheiten bei. Die Experten für gepflegte Füße schneiden beispielsweise Nägel, tragen Nagelverdickungen und Hornhaut ab und entfernen Hühneraugen.
Aus dem Beruf des Fußpflegers entstand im Laufe der Jahre ein neuer Beruf mit der Bezeichnung „Podologe“ bzw. „Medizinischer Fußpfleger“. Erst seit Januar 2002 ist die Ausbildung des Medizinischen Fußpflegers/Podologen bundesweit gesetzlich geregelt. Nun wird es noch einige Zeit dauern, bis bundesweit genügend Podologen ausgebildet sindund diese noch recht unbekannte Berufsbezeichnung häufiger zu finden ist.
Podologie ist nichtärztliche Heilkunde am Fuß. Sie ist als fachliche Behandlung im Vorfeld ärztlicher Tätigkeit zu sehen, die zwar auch mit pflegerischen Maßnahmen zu tun hat, nicht aber mit Pflege im Sinne der Kosmetik. Wie die Logopädie oder die Physiotherapie zählt auch die Podologie zu den Medizinal-Fachberufen. Podologen können unter Aufsicht oder auf Verordnung eines Arztes tätig werden. Sie arbeiten meistens mit Orthopäden und Hautärzten zusammen und behandeln zum Beispiel Pilzerkrankungen der Fußnägel sowie eingewachsene und eingerollte Fußnägel. Auch Diabetiker, Rheumapatienten und Bluter, die ein besonders hohes Risiko haben, Fußerkrankungen zu bekommen oder davon bereits betroffen sind, werden von Podologen fachkundig betreut.
Wer, wann, wie oft?
Medizinische Fußpflege ist für alle Menschen mit Fußkrankheiten oder mit einem erhöhten Risiko an Fußproblemen notwendig. Hier sind wiederum Diabetiker, Rheumatiker und Bluter zu nennen. Fußpflege im allgemeinen ist dann ratsam, wenn jemand seine Füße selbst nicht mehr pflegen kann, zum Beispiel aus Altersgründen oder wegen Bettlägerigkeit.
Wie oft ein Besuch beim Podologen notwendig ist, hängt von den Füßen des Patienten ab. Zehennägel und Hornhaut wachsen sehr unterschiedlich. Die Ursache hierfür sind zum Beispiel die Durchblutung und der Stoffwechsel. In der Regel ist eine Medizinische Fußbehandlung im Abstand von vier bis sechs Wochen empfehlenswert. Eine Sitzung beim Podologen dauert etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde und kostet etwa zwischen 20 und 30 €. In der Regel sind die Kosten selbst zu tragen. Für Diabetiker mit entsprechenden Folgeerkrankungen übernehmen die Krankenkassen seit August 2002 wieder die Kosten für eine Medizinische Fußbehandlung. Voraussetzung ist, der Behandler ist Podologe und verfügt über eine Krankenkassenzulassung. Leider gibt es bislang kaum Verträge zwischen Podologen und Krankenkassen. Dies erleichtert nicht gerade die Situation, denn die Diabetiker bekommen eine ärztliche Verordnung, haben aber keine Leistungserbringer.
Qualitätskriterien
Die Bezeichnungen „Medizinischer Fußpfleger“ und „Podologe“ sind seit 2003 durch das bereits erwähnte Gesetz geschützt. Diese Titel dürfen nur diejenigen führen, die eine zweijährige Ausbildung mit Abschlussprüfung an einer stattlich anerkannten Fachschule absolviert haben oder eine mindestens zweijährige gleichwertige Ausbildung in der Medizinischen Fußpflege mit Abschlusszeugnis vorlegen können. Fußpfleger mit Berufserfahrung können außerdem durch eine spezielle Prüfung den Titel „Podologe“ erwerben. Nicht geschützt ist dagegen die allgemeine Berufsbezeichnung „Fußpfleger. So kann sich im Prinzip jeder nennen, unabhängig davon, welche Ausbildung er durchlaufen hat. 
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